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über das Haus, in dem die Kantorei eingerichtet ist:
Die erste Erwähnung der Liegenschaft findet sich in einer Urkunde von 1323: Als ein Teil einer
Erbschaft fiel ein Keller an den Patrizier Bilgeri "auf dem Bach", einen Spross des führenden
Handelsgeschlechtes, das wenig später durch die Brunsche Umwälzung entmachtet wurde. Er durfte
über dem Keller ein Haus bauen. Dies scheint geschehen zu sein, denn 1357 wohnte dort "die alte
Bilgerin", deren Mann vermutlich nach der Mordnacht von 1350 hingerichtet worden war.
Ab 1366 gehörte das Haus dem Schaffhauser Eberhard " Im Turm" bzw. seinen Nachkommen. Im 15.
Jahrhundert war die Liegenschaft im Besitz der Familie Marpach. 1455 tritt zum erstenmal der
Name "zur Traube" auf, welcher im 16. Jahrhundert in "rote" und im 19. Jahrhundert in
"weisse Traube" variiert wurde.
Im 16. Und 17. Jahrhundert finden sich die Namen wie Leu, Lichtenstein, Escher, Rahn, Fäsi und
Scheuchzer unter den Besitzern, im 18. Jahrhundert drei Generationen Pestalozzi und ein
Kaufmann Reutlinger; dann folgten 1809 eine Frau Pfarrer Nüscheler, 1812 ein Krämer Koller,
1816 die Gebrüder Tobler und Rusterholz und 1823 der Spezereihändler Gessner. 1825 bezog ein
Kupferschmid Amsler die "Weisse Traube", durfte aber wegen der gegenüberliegenden Deutschen
Schule den Lärm seines Gewerbes nur ausserhalb der Schulstunden ertönen lassen. Ihm folgte
1862 der Lithograph Knüsli, welcher 1875 dem Trakt gegen den Rindermarkt ein Stockwerk und
diesem die bis 1968 vorhandene Dachzinne aufsetzte.
Ab 1890 beherbergte das Haus die Bonneterie Müller, bis es 1899 von dem unternehmungslustigen
Maurermeister Zini erworben wurde. Dieser wollte daraus eine Mietskaserne machen, musste sich
jedoch glücklicherweise auf die Abwalmung des Giebels und die Verzierung der Fassade durch
Fenstergiebel und Pilaster beschränken. Durch Einbezug des 1. Stockes richtete er das heute
noch bestehende hohe Lokal im Parterre ein, das ursprünglich als Laden gedacht, schliesslich
zu einem Restaurant eingerichtet wurde.
Am 1. Januar 1901 wurde eine Bayerische Bierhalle des Pschorrbräus eröffnet, doch schon 1902
ging die Liegenschaft an das Klosterbräu München über, das seinen Namen auf die Wirtschaft
übertrug. Seit 1910 fanden mehrere Handänderungen statt, die letzte, 1966, auf den Verein
"Verbindungshaus Zürcher Singstudenten".
Die Kantorei erhielt 1968 vom Stadtrat die "Auszeichnung für gute Zürcher Bauten".
(Nach Angaben von a. Stadtarchivar Dr. P. Guyer)