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ZÜRICH GEHT AUS! Jahresausgabe 2006/2007

Nach der Oper Risotto

Das ist ein schöner Effekt, wenn sich die bahagliche "Gottfried-Keller-Gasse" Rindermarkt mit ihren kleinen Galerien und Antiquitätenläden, mit Pub und "Öpfelchammer" auf einmal zum Neumarkt weitet und der stattliche Jupiterbrunnen sein Plätscherlied singt. an einer Flanke hat sich die "Kantorei" eingerichtet, und was für eine geschmackvoll restauriert Fassade das ist! Durch die hohen Jgendstilfenster des Eckrestaurants haben wir schon öffter neugierig in den eleganten Speisesaal und auf die imposante Bar geblickt. Immer hatten wir eine Assoziation, die ungefähr "Paris, Fin de Siècle, nach der Oper" lautete: souverän weiss eingedeckte Tische, viel Holz und Spiegel und ein Publikum, das ein wenig nach Frack, Zylinder und theatralisch wehenden Schals aussah. Ein Besuch am späten Samstagabend bestätigt unsere Visionen. Auch um diese Zeit ist der Speisesaal belegt, drei grosse Kristalllüster tauchen den hohne Raum in festliches Licht, und die Gäste unterhalten sich angeregt. Sehr kommunikativ und kein bisschen steif. Wir finden einen Platz im Bistro, wo es per se leger zugeht: ledergezogene Bistrobänke, braune Ledersessel, grosse 70er-Jahre-Lampen, runde Tische, dunkles Holz und dunkles Parkett. Und dann dieser schöne Dreiklang aus den schmalen, hohen Belle-Epoque-Holzrahmen der Fenster, den auberginefarben verputzten Wänden und dem riesigen, goldgerahmten Spiegel über der Bar. Ein bildschönes Lokal!

Und wie Küchenchef Olivier Kern dort kocht! Seine avancierte Bistroküche schlägt einen Bogen von Clubsandwich, Wiener Schnitzel und winterlicher Champagner-Sauerkrautcrème bis zu Kakao-Risotto mit Lammfilet, Riesen-Krevetten und Chili und gebratenen Rotbarbenfilets auf Weissweinrisotto, gebratenem grünen Spargel und Krebsbuttersauce. Ein Bistro-Klassiker wie Rindstatar wird hier exzellent zubereitet, auf einer Etagère werden rote Zwiebeln, Kapern, Oliven und getrocknete Tomaten separat gereicht, dazu geröstetes Graubrot. Vorab gibt es Tomaten und Mozzarellakugeln, alles sehr liebevoll arrangiert.

Der Service ist kompetent und aufmerksam, schaltet nun auf Loungemusik um und sieht nach den flackernden Windlichtern. Aus dem grossen Weinangebot haben wir uns einen Amarone ausgesucht, der allerding mit Fr. 24.- für zwei Dezi ganz schön ins Kantor schlägt. Aber nun werden die letzten Mäntel aus der Garderobe gezogen, brechen wir also auch auf. Nicht, ohne vorher für den Speisesaal reserviert zu haben.

 

 

züritipp / Ziemlich auf Zack/ Januar 2006

Seit Ende letzten Jahres kocht in der Kantorei am Neumarkt der 28-jährige Olivier Kern. Das Traditionslokal hat an Qualität zugelegt.

Lange Zeit war die Kantorei am Neumarkt ein sicherer Wert, ohne dem Wandel der Kochstile viele Konzessionen zu machen; ein Traditionshaus im besten Sinn mit frischer, zuverlässiger und abwechslungsreicher Küche. Das alte Haus, das bereits 1323 zum ersten Mal in der Zürcher Urkunden auftaucht, wurde 1966 renoviert und zum Verbindungshaus der hiesigen Singstudenten - daher der Name.

Zum Jahresende hat in der Kantorei das Küchenzepter die Hände gewechselt. Der neue Chef heisst Olivier Kern, stammt aus einer Küchenchef-Familie und hat sein Handwerk im Belvoir-Park gelernt. Dann war er sechs Jahre lang Sous-Chef im Widder. Obwohl man Wert auf die Feststellung legt, unter seiner Ägide habe sich am bewährten Kantorei-Konzept der frischen Schweizer Küche mit internationalem Flair nichts geändert, fällt doch schnell einmal auf, dass die neue Mannschaft - der Service übrigens nicht weniger - mehrere Zacken zugelegt hat. Nicht zugelegt haben hingegen die Preise. Auch der Wein im Offenausschank ist so gut und so fair kalkuliert wie eh und je. Die gedehnten Wartezeiten, die man vor allem über Mittag in Kauf nehmen musste, gehören offenbar der Vergangenheit an. Manches ist geblieben. So ist zu grossen Vergnügen der Schreibenden das leckere Clubsandwich noch immer zu haben, in alter Grösse, sodass ihm der Name Stadionsandwich weit besser anstünde. Nicht zu übersehen ist die liebevolle Präsentation der Gerichte, die vermutlich Kerns Assistentin Nadine Haug zu verdanken ist, die mit dem Küchenchef zusammen vom Widder in die Kantorei gewechselt hat.

>IMMER WIEDER NEUES

Die Karte besteht aus einem Fixangebot, zu dem auch das erwähnte Clubsandwich mit ausgiebig zarter Pouletbrust, viel Gurken- und Tomatenzutat und separat servierter Sauce - ein Bravo extra - gehört. Darüber hinaus aber wechselt das Angebot monatlich. Um die Weihnachtszeit gastiert auch hier der aus Amerika "eingeflogene" Turkey, eine Idee von Geschäftsführer Thomas Sos. Lokales wie eine Apfelmostsuppe mit Croûtons steht auf der Karte neben Internationalem (Wiener Schnitzel, Tunfischsteak an Kokos-Curry-Sauce) oder Experimentellem (Kakao-Risotto mit Lammfilet). Die Menüs von der Mittagskarte - in unserem Fall ein Kürbis-Risotto mit Gorgonzola und Leber auf Berliner Art mit karamellisierten Äpfeln, leichtem Gemüse und Salzkartoffeln - waren ebenfalls gekonnt und liebevoll zubereitet. Auch wer Teile des Mittagsmenüs mit dem A-la-carte-Angebot kombiniert, kann mit präziser Erfüllung seiner Wünsche rechnen. so dürfte die Kantorei wohl recht bald ein klingender Name im Zürcher Restaurant-Orchester werden.

 

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After considerable study, we chose Kantorei, Neumarkt 2, in the heart of medieval Zurich. The restaurant had operated for thirty some years, serving traditional Swiss cuisine. A reincarnation took place in late 1997 and it reopened totally restored, refurbished and with a contemporary menu.

The dining room is shallow and wide with a lively cocktail bar at one side. The yellow walls give a sunny glow and magnificent chandeliers radiate warm light. Crisp, white linens on the tables
and attentive staff create a friendly and charming ambiance. The menu is brief - less is more.
There are eight different daily specials, between 18:00-20:00 hours, of seasonal selections using
only daily fresh-market produce.

Our selections were from the regular menu because the descriptions were tremendously appealing. In actuality, words didn't do justice to these culinary creations. The appetizers were beautifully presented. Zucchini carpaccio of thinly sliced crisp zucchini and fungi garnished with greens, carrot strands and radishes and drizzled with olive oil and balsamic was lovely to look at and eat, as was the tomato and mozzarella salad. There is schnitzel and there is schnitzel, and when it consists of fine quality, tender veal with a light, delicious breading and accompanied by the comfort of tasty noodles, Linda is quite happy. If, like me, you are a Cornish hen freak, then come to Kantorei. I was served a plump, free-range beauty cooked to juicy perfection with roast garlic buds, which kept me entranced for quite a while. My hen was accompanied by yummy, not too buttery, mashed potatoes seasoned with a variety of herbs and a sliced and diced selection of market vegetables beautifully seasoned and cooked to an ideal doneness. A memorable meal with good friends was a fine finish to our spring trip of 1999.

Facts
Die hundert sympathischsten Restaurants:
Vor rund einem Jahr wurde das Lokal renoviert und neu konzipiert. Ein Gewinn für Zürich.
Wände in dezentem Vanille, goldumrahmte Spiegel als Dekor: Auf den ersten Blick macht das Restaurant ein Understatement. Auch die Speisekarte offenbart nichts Besonderes. Doch was auf die Tische kommt, ist umwerfend. Das Lammrückenfilet würzt eine Kräuterkruste, Beilagen wie Kartoffelstock und-gratin sind von exzellenter Güte.

Neue Zürcher Zeitung
Eine neue Melodie in der Kantorei:
Im oberen Stock der Kantorei am Neumarkt in Zürich treffen sich von alters her die Singstudenten zu bierseligem Singen. Das ganze Haus gehört der Studentenverbindung, und damit auch das Restaurant im Erdgeschoss. Von diesem ist nur in Erinnerung geblieben, dass es sich sommers bei einem kühlen Roten so herrlich draußen auf dem mittelalterlich gepflasterten Platz sitzen ließ. Dem verstaubten Interieur aber hatte die Küche in letzter Zeit nichts entgegenzusetzen, was den Aufenthalt im Innern wirklich gerechtfertigt hätte. Blutauffrischung tat not. Und die ist jetzt gekommen, in den Personen des jungen Gastonomenpaars Beatrice und Thomas Sos und ihres Compagnons Hans Georg Vogel. Sie haben dem Steinboden, dem glanzlackierten Holz und dem Kunstleder den Garaus gemacht, statt dessen Parkett verlegt, eine Bar, lange Tsichreihun und Holzstühle hineingestellt. Kronleuchter hängen jetzt von einer hohen Decke. Diese und das schlichte, warme Gelb der Wände gehören nicht gerade zur Avantgarde der Restaurantarchitektur. Sie machen aber die Kantorei zu einem angenehmen Aufenthaltsort mit einem Touch von Szenenbeiz. Darin lässt sich denn auch angenehm essen. Thomas Sos hat seine Lehr- und Wanderjahre unter anderem in den Vereinigten Staaten verbracht. Von da brachte er Unternehmergeist mit und vor allem ein paar Ideen, was ein Restaurant bieten soll. Amerikanisch ist die Kantorei deswegen nicht geworden, sie spiegelt nur die Ostküstenbegeisterung für den Bistostil. Was auf den Tisch kommt ist dabei manchmal bewährt, manchmal originell, immer aber sorgfältig gekocht und präsentiert. Hübsch angerichtet und mit einer Sauce, die man gern mit dem Brot auftankt, kommt ein Blattsalat zu Fr. 8.50 daher. Beim tellerfüllenden Wiener Schnitzel (Fr. 36.--) war der dazu gereichte Kartoffelsalat herrlich cremig und lauwarm.

Bolero
High-Noon im Niederdorf:
Das französisch inspirierte Lokal Kantorei in der Zürcher Altstadt lebt neuerdings von einer kleinen, aber feinen Karte.
Man fühlt sich wie im Süden: gelb gestrichene Wände, weiß gedeckte Tische, auch schwere Kronleuchter, eine alte Bahnhofsuhr- und irgendwie ist es, als könne man das Meer riechen, als sitze man in einer gemütlichen Taverne am Flanierboulevard. Seit dem Umbau pflegt die Kantorei eine entspannende, wohltuende Atmosphäre. Serviert wird französische Küche. Und kein Gast braucht sich lange in die Karte zu vertiefen, weil das kulinarische Angebot so überschaubar ist. Dafür aber frisch und variantenreich. René Tschopp, der Meister in der Küche, hat ein Gespür für das, was ankommt. Auch Gault-Millau-Punkte, 15, um genau zu sein. Dafür, dass er aller Gäste gleichermaßen gedenkt, würde er eine kleine Sonne verdienen. Die Werber, Bänkler und Handwerker, die hier essen, können täglich zwischen sechs bis acht Tagesspezialitäten wählen (die kosten alle zwischen 16.50 und 23 Franken). Alle Produkte werden möglichst in ihrer vollen Reife besorgt, damit die Tomaten in triefendem Rot, die Auberginen dunkel glänzend daherkommen.

Tagesanzeiger
Kartoffelstock, innovativ
Frohe Kunde für den Altstadgänger. Man kann wieder hingehen in die Kantorei. Der Koch hat 15 Gault Millau Punkte, die Bedienung ist freundlich, das Ambiente stimmt. Thomas Sos, 38, hat in den USA zehn Jahre Gasto-Erfahrungen gesammelt und managt den Betrieb voller Elan. Dabei habe er keine Szenenbeiz im Sinn, sondern ein Lokal, in dem sich der Kulturfreak wie der Büezer, der Jungbanker wie der ältere Quartierbewohner wohl fühlten. Eine glückliche Hand hatte er schon mit dem Umbau. Sonnendurchflutet wirken die mediterran-gelben Wände, festlich die Kristallüster; das Mobiliar schafft Bistro-Atmosphäre, die tiefblauen Wassergläser auf den weiß gedeckten Tischen machen sich gut. Aromatisch, lecker-traumhaft. Sein Küchenchef hat sich Sos im 5-Sterne Hotel "Euler" in Basel geholt: René Tschopp 36. Er kocht saisonal, französisch inspiriert. Bewusst hält er die Speisekarte klein, kreiert zusätzlich jeden Tag sechs bis acht Tagesspezialtiäten. Ambiente und Duft lässt einem aus dem nordischem Winter ans Mittelmeer träumen - träumen auch vom kommenden Sommer. Wenn man es sich wieder abends vor der Kantorei neben dem Jupiterbrunnen wohl sein lässt. Auch kulinarisch, die Zeichen stehen gut.


Forecast

Lieben Sie es, nach einem strengen Tag verwöhnt zu werden? Eine feine Speise oder aber einen klassisch und richtig gemischten Drink einzunehmen? Ja? Dann besuchen Sie mal die Kantorei beim Zürcher Neumarkt. Bar und Restaurant sind angenehm und stilvoll eingerichtet, das Servicepersonal liest Wünsche gleich von den Lippen ab, und die Atmosphäre stimmt. So mundet die Entenbrust an Honigsauce köstlich und den Trinkern seid er trockene Martini dringendst empfohlen. Egal, ob mit den Freunden, der oder dem Liebsten, die Kantorei befriedigt Sie, in jeder Hinsicht

Cash
Neue Töne in der Kantorei. Aus dem Zürcher Traditionslokal "Kantorei" ist ein Bijou mit elegantem Understatement entstanden.
In der Zürcher Kantorei weht seit kurzem ein neuer Wind: Ein junger Unternehmer hat aus dem vormals eher muffigen Lokal ein Bijou für Freigeister und Feinschmecker gemacht. Sos, 38 Jahre jung, hat zuvor rund zehn Jahre in den USA verbracht, wo er als Food and Beverage Direktor in Dallas, Houston, Newport Beach und New York in der Four Seasons Hotelgruppe gearbeitet und zahlreiche Häuser in der Öffnungsphase als Opening-Manager begleitet hat. Wer nun aber denkt. Sos hätte der Kantorei ein simpel zusammengebrettertes US-Image verpasst, ist im absolut falschen Film. Vielmehr strahlt das Lokal mit seinen sanft gelblichen Wänden, seinem grossen Kronleuchter und der Cocktailbar ein elegantes Understatement aus. Auch die Karte präsentiert sich im sanften Gelb und bietet auf zwei Seiten eine übersichtliche Auswahl. Ab unserem Dienstagabend stieg mein Kollege mit einem Rucolasalat mit hausgemachten Parmesanchips und Ziegenkäsetoast ein. Die anschließende Mais-Pouletbrust auf frischem Pilzragout findet begeistert Zustimmung beim Gegenüber. An diesem Abend erfreuen mich eine Gemüseschaumsuppe mit Rauchlachswürfel, eine tranchiertes Entrecôte auf Rucolasalat mit Gemüse und ein Kirschenstreuselkuchen mit Vanilleglacé.